William Allan

Sir William Allan (geb. 1782 in Edinburgh, † 23.2.1850, ebenda) war ein schottischer Historien- und Porträtmaler.

Er studierte zunächst an der Akadademie von Edinburgh, dort lernte er David Wilkie kennen. Zu seiner weiteren Ausbildung ging er nach London an die königliche Akadademie. Seine ersten Gemälde, die es dort zur Ausstellung brachten, waren Paul and Virgina (1803), Inver (1803) und Der junge Zigeuner (1805). Da er die Welt sehen wollte, um dabei neue Vorlagen für Motive zu Studieren, machte sich daher auf den Weg nach St. Petersburg. Da sein Schiff in der Nähe von Memel starken Schaden erlitten hatte, musste er bis zur Reperatur dort ausharren. Er nutze die Gelegenheit und malte dort einige Bilder, darunter auch das des Konsuls von Dänemark. In St. Petersburg lernte er den Leibarzt des Zaren, Alexander Crichton, kennen und konnte durch ihn Bekanntschaften in der dortigen Oberschicht knüpfen. So erhielt er viele Aufträge für Bilder. Angespornt durch den schnellen Erfolg unternahm er eine mehrjährige Reihe durch Russland und die anliegenden Länder. 1805 kam nach Polen und verbrachte längere Zeit beim Grafen Felix Potocki in dessen Schloss Tulczyn in der Ukraine. er malte dort viele Öl- und  Aquarell-Genrebilder. Seine Jüdische Hochzeit kam von dort zur Ausstellung  nach London. Er zeichnete in Tulczyn 6 schöne Gartenlandschaften. Es waren Ansichten der berühmten Gärten „Zofiowka“ die vom Grafen Felix Potocki für seine dritte Frau, die berühmte schöne Griechin Sophie Tchelitche angelegt wurden. Auch der Dichter Stanislaus Trembecki schrieb ein langes Gedicht unter dem Titel „Zofiowka“ über diese Gärten. Das Gedicht wurde von Graf de Lagarde ins Französische übersetzt und erschien 1815 in Wien mit den von W. F. Schlotterbeck gestochenen Zeichnungen Allans. 1814 kehrte Allan nach England zurück und verarbeitete die Eindrücke seiner Reisen. Er stellte 1815 in London Die Cirkassischen Sklavinnen aus, für dessen Verkauf Walter Scott eine Lotterie veranstaltete. Er malte in den nächsten Jahren noch ähnliche Darstellungen. Er fing auch an Bilder aus der Geschichte Russlands, wie beispielsweise Die Ermordung des Erzbischofs Sharp, zu fertigen. Obwohl die Bilder lediglich gewöhnliche Qualität besaßen, fanden sie dennoch ihre Bewunderer. Allan trat 1825 der königlichen Akadademie in London bei, 1835 zum ordentlichen Mitglied ernannt. In der Zwischenzeit machte er neue Reisen. Er besuchte Italien, Griechenland und Spanien. Daraufhin ließ er sich in Edinburgh nieder und wurde dort 1838, nach dem Tod Watsons, Präsident der schottischen Akadademie. 1841 folgte er auf Wilkie als Maler der Königin für Schottland, 1842 wurde er in den Ritterstand erhoben.

In der letzten Periode seines arbeitsamen Lebens beschäftigte er sich vorzugsweise mit der Geschichtsmalerei. 1843 stellte er in London Die Schlacht von Waterloo aus das aus der französischen dargestellt wird mit Napoleon und seinem Generalstabe im Vordergrund Später wurde das Gemälde vom Herzog von Wellington gekauft. Als Gegenstück dazu malte er etwas später dieselbe Schlacht, von der englischen Seite, welches1846 in der Westminster Hall ausgestellt wurde. 1844 reiste er erneut nach Russland, wo er ein größeres Bild für den Kaiser malte, Peter der Große, der seine Untertanen die Kunst des Schiffbaus lehrt. Er war gerade an der Vollendung eines anderen historischen Bildes, Der Schlacht N on Bannockburn, als er inmitten in der Arbeit starb. Es befindet sich heute im Museum in Edinburgh, zusammen mit dem Schwarzen Zwerg und dem Selbstbildnis des Künstlers.

Es fehlt seinen Werken, an Eigenständigkeit, und an farblicher Qualität. Deshalb wird der Erfolg des Künstlers heutzutage als unbegründet betrachtet.


Bekannte Gemälde des Künstlers:

Araber, ihre Beute teilend
Gefangene nach Sibirien von Kosaken geleitet
Tartarische Banditen
Die Ermordung des Erzbischofs Sharp
Tod des Regenten Murray durch Bothwellhaugh
Die Abdankung der Königin Maria von Schottland
Porträt von Walter Scotts;
Porträt von Scotts Tochter

 

Auszug aus dem Kunstlexikon von Thieme Becker mit Abänderungen durchgeführt von Johannes Walz.

Quellen von Thieme Becker:

Meyer, Kstlerlex.
Redgrave, Dict.
Element and Hutton, Artists of the 19 century. Bryan, Diet.
Graves, Royal Acad. I (zahlreiche Werke).
The Art Journal 1849, p. 109 (Biographie), 1850, p. 100 (Nekrolog), 1903 p. 53 (Biogr. mit Porträt).
Katalog d. National Portrait Gall.
Binyon, Catal. of drawings I.
Gaz. d. b. arts XXIV 88–89 (über sein Verhältnis zu Wilkie)
Rastawieck Polnisches Kstlerlex. III 109
Notizen von Dr. Graf Georg Mycielski.