MAX WEBER • 1881-1960

Max Weber wurde im Jahre 1881 in Bialystok (Rußland) geboren. Als er zehn Jahre alt war, wanderten seine Eltern nach den Vereinigten Staaten aus. Weber studierte am Pratt Institute in New York und lebte von 1905 – 1908 in Paris, wo er eine Zeitlang auch Kurse besuchte, die von Henri Matisse geleitet wurden. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten zeigte der Fotograf und Kunsthändler Alfred Stieglitz Webers Arbeiten in der Galerie 291. Ab Mitte der zwanziger Jahre bis zu seinem Tode im Jahre 1960 lebte er zurückgezogen und bescheiden in der Nähe von New York. Berühmt wurde er erst 1949, als das Whitney Museum of American Art in einer großen Ausstellung sein Werk zeigte. Von Matisse lernte Weber, flache Farben in klaren Tönen ohne Übergang nebeneinanderzusetzen; von Cézanne, die innere Struktur durch das Ineinandergreifen von Farbflächen darzustellen. Während Weber jedoch nie mit Cézanne zusammentraf, lernte er Henri Rousseau, den Zollinspektor und Sonntagsmaler, kennen. Er bewunderte und über nahm Rousseaus betonte Einfachheit und architektonische Knappheit. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten malte Weber Bilder von zunehmender Kühnheit, Bilder, die auf die Abstraktion hinausliefen. In reichen Farben und geometrischen Mustern verherrlichte er die dynamischen Kräfte von New York. Ungefähr ab 1918 wurden die Bilder Webers begrifflicher. Seine „Rückkehr“ zur Natur beschreibt er wie folgt: „In meinen früheren Tagen entdeckte ich die Geometrie in den Werken Gottes. Jetzt spüre ich die Notwendigkeit, zu Gottes Werken selbst zurückzukehren.“ Seine expressive Kunst ist durchströmt von Geistigkeit. Seine Landschaften sind düster und schwermütig; seine Stilleben voll Vitalität; seine Akte nicht verführerisch, sondern auf faszinierende Weise verwirrend. Weber malte oft jüdische Gruppen, bärtige Männer mit ausdrucksvollen Handbewegungen oder beim ekstatischen Tanz vor ihrem Gott. Er entstellte ihre Gesichter und Gestalten, um ein Höchstmaß an emotionaler und spiritueller Erfahrung zu gewinnen.

Aus dem Buch:

Moderne Malerei: Von Renoir bis Buffet von Bodo Cichy, Juckerverlag: 1970, Seite 126

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