MAX SLEVOGT • 1868-1932

In Landshut geboren und ein Bayer von rechtem Schrot und Korn, machte Max Slevogt eine ganz ähnliche Schulung und Entwicklung durch wie Liebermann. Obwohl mit der sozialkritischen Malerei eines Miller nicht in Berührung gekommen, empfing er wie dieser entscheidende Impulse aus der Begegnung mit der holländischen Malerei (I898). Dabei sprach ihn, der früh schon mit der ihm für alle Zukunft wichtigen Welt des Theaters in Berührung kam, weniger Franz Hals als Rembrandt an. Dieser rührte mehr an sein auf die große Gebärde ausgerichtetes Empfinden. Indes löste sich Slevogt bald und gerade unter dem Einfluß der holländischen Freiluftmaler von der düsteren Verhaltenheit der Ateliermalerei und trat mit der Übersiedlung nach Berlin (1901) und in der Gesellschaft von Liebermann und Corinth ganz in die Gefolgschaft des Impressionismus ein. Seine kaum von einem anderen erreichte Fähigkeit, eine heiter gestimmte, manchmal theatralisch gesteigerte Welt in frischen, rasch und fließend hingeworfenen Farben Bild werden zu lassen, erzielte ihre schönsten, wenn auch nicht absolut besten Ergebnisse in den zahlreichen Werken, die der Maler auf einer fast einjährigen Reise durch Ägypten (1913/14) schuf. Unter der afrikanischen Sonne hat er eine lichtdurchglühte, durchschimmernde Farbigkeit erreicht, die den besten Werken des französischen Impressionismus in nichts nachsteht, und sie in seiner angeborenen Freude am Erzählerischen zu einem Mittel der Darstellung nicht nur des Wirklichen, sondern auch seiner Phantasie gemacht.

 

Aus dem Buch:

Moderne Malerei: Von Renoir bis Buffet von Bodo Cichy, Juckerverlag: 1970, Seite 118

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