ANDRÉ DERAIN • 1880-1954

Als der Sohn eines Bäckers am 10. Juni 1880 in Chatou (Seine-ct-Oise) geboren und eigentlich für die Ingenieurlaufbahn bestimmt, kam der schon in jugendlichem Alter an der Malerei hängende André Derain in den Jahren um die Jahrhundertwende in Paris mit Matisse, Vlaminck und dem Fauvismus zusammen. Dieser, dessen Liebe für die reine Farbe er freudig teilte, kennzeichnet seine vor allem der Landschaft gewidmete Malerei bis um 1908, wo er dann unter dem Einfluß von Cézanne und gestützt auf seine vor dem schon unternommenen Versuche im Holzschnitt und in der Bildhauerei seinen eigentlichen, vom Fauvismus abweichenden Weg fand. Die Nachbarschaft des Kubismus hat ihn zwar nicht gefangengenommen, wohl aber seinen Willen bekräftigt, auf der von Cézanne vorgezeichneten Bahn fortzuschreiten. In engem Kontaktmit der sichtbaren Wirklichkeit, war er wie Cezanne bemüht, die gegenständliche Realität kubisch zu verfestigen und sie in einer von der natürlichen Atmosphäre und Perspektive befreiten Ordnung aus flächengebundenen Elementen in die Bildebene einzubinden. Die Dinge der Natur nahmen bei ihm, sei es nun in seinen Landschaften, Stilleben oder Menschenbildern, bei aller Individualität den Charakter der Einmaligkeit und Endgültigkeit an, was durch die Reduktion der Farbe auf die Nuancen von abgedunkeltem Braun, Blau und Grün eine wesentliche Forderung erfuhr. Derain hat auch als Buchillustrator (Holzschnitt, Zeichnung) und im Entwurf von Theater- und Ballettdekorationen Vorzügliches geleistet. Er starb an den Folgen eines Autounfalls am 12. September 1954 in Garches.

 

Aus dem Buch:

Moderne Malerei: Von Renoir bis Buffet von Bodo Cichy, Juckerverlag: 1970, Seite 78

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