Franz Adam

Franz Adam (geb. 4.5.1815 in Mailand, † 30.9.1886 in München) war einer der bedeutendsten deutschen Schlachten- u. Pferdemaler des 19. Jahrhunderts. Er war der zweite Sohn von Albrecht Adam und gehörte damit der bekannten Künstlerfamilie Adam an.

Wie seine Brüder wurde auch er von seinem Vater in der Malerei unterrichtet. Er bekleidete seinen Vater1829 nach Stuttgart, 1837 auf die Insel Alsen, 1848 nach Oberitalien, 1851 nach Wien und Ungarn und 1856 nochmals nach Wien. Er stellte sich seinem Vater ab 1830 bis zu dessen Tode als treuer und selbstloser Mitarbeiter zur Seite. Er vervielfältigte unter anderem dessen Zeichnungen und Gemälde lithographisch und half malerisch bei dessen Ölbildern. Zu seinen ersten selbständigen Bildern gehören: „Eine Schiffsfähre an der Theiß“, „Kroatenquartier in der Villa Mestre“, „Reiterbildnis des Fürsten Wrede“ (1843), „Französische Kürassiere während des Brandes von Moskau“ (1847), (neue Pinakothek, München). Später Werke waren unter anderem: „Reiterbildnis des Herzogs Philipp von Württemberg“, ein „Walachisches Mittagsmahl“ (1863) und 1867 ein größeres Schlachtenbild, und „Der Rückzug von Solferino“, das ihm endlich die lang verdiente Anerkennung brachte, aber lange Zeit keinen Käufer fand. Schließlich wurde es von Sultan Abdul-Aziz erworben. 1869 vollendete er „Rückzug aus Rußland“, das in der Berliner Nationalgalerie seine Heimstätte fand. Der deutsch-französische Krieg bot ihm dann weiteres Material für größere Schlachtenbildern, darunter: „Reiterangriff bei Sedan (Floing)“ – dessen erste Ausführung er für den Herzog von Mejningen malte, danach in weiteren Versionen , für die Nationalgalerie – Berlin und die Neue Pinakothek, in München, fertigte -, „Das 13. bayerische Infanterie-Regiment vor Orléans am 11. Okt. 1870“ (neue Pinakothek, München), „Reiterangriff bei Marsla-Tour“ (neue Pinakothek, München) und „Schlacht bei Sedan“ (Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt a. M.). In seinen letzten Lebensjahren fertigte er die Kunstwerke: „Gefangenentransport nach der Schlacht bei Sedan“ (1880), „Pferdemarkt am Ufer der Donau in Ungarn“ (1881) und „Mazeppa“ (1881).

 

Auszug aus dem Kunstlexikon von Thieme Becker mit Abänderungen durchgeführt von Johannes Walz.

Quellen von Thieme Becker:

Müller, Biographisches Küstlerlexikon der Gegenwart 1882
Rosenberg, Geschichte der modernen Malerei III 11–15.
Bötticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts
Zeitschr. für bild. Kunst I 57, II 98, IV 115, VI 24, VII 290, XVII 346, N. F. III 275.
Kunstchronik II 198, III 100, IV 86, 214, V 122, 148, VI G2, 87, 119, IX 562, X 33, 238, 475, 492,
553, XI 13, 517, 799, XIII 400, XIV 481, XV 516, 541, XVII 59, 654, XVIII 418, XIX 430, XX 175,
277, XXI 756, XXII 19, 127, 331, XXIII 178, 653, N. F. II 405, III 454, IV 49
Kunst für Alle 1887 S. 29, 120/1, 276; 1888 S. 144
Nekrologe, Allgemeine Kunstchrtinik X No. 41
Allgemeine Militärzeitung 1886 S. 97 u.ff.
Allgemeine Zeitung 1886
Courier de l‘art VI No. 42
Kunstchronik 1886/7 No. 2
Kunst für Alle 1887