Kunst in Essen

Die Kunst und das, was damit heute in Verbindung steht, ist in Essen untrennbar mit dem Begriff „Folkwang“ verbunden. Der Begriff wurde einem altnordischen Versepos entnommen, in dem der „Folkvangar“, die Volkshalle, als Palast der Göttin Freya bezeichnet wurde. Der Kunstsammler und Kunstmäzen Karl-Ernst Osthaus aus Hagen nahm sich Anfang des 19. Jahrhunderts der grundlegenden Idee der Volkshalle an, um dort im Rahmen des sogenannten „Hagener Impuls“ Kunst der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Sämtliche in Hagen gezeigten Werke plus die „Folkvangar“-Idee wurden nach dem Tod von Osthaus von der Stadt Essen übernommen. Aus diesem Grund tragen viele wesentliche Institutionen in Essen im Bereich der Kunst den Namen Folkwang in sich wie das Folkwang Museum, Kunstring Folkwang oder die Folkwang Universität der Künste. Im Wesentlichen stehen die Malerei, die Musik und das Schauspiel im

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Vordergrund. Es gibt Jedoch auch genug Ansätze, der Kultur und den Menschen der Region einen Platz in der Kunstszene einzuräumen. Die Fotografie und die Naturwissenschaften dokumentieren die seit weit über 100 Jahre währende und untrennbare Koexistenz zwischen Mensch und Natur, in der die Industrialisierung und die schwere Arbeit in Stein- und Braunkohlebergwerken den Alltag prägten. Zeugnisse dieser Zeit lassen sich beispielsweise im Essener Ruhrmuseum erkunden.

Museen in Essen

Museum Folkwang

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Wie schon zu Beginn erwähnt, ist die Kunstszene in Essen untrennbar mit der Begrifflichkeit „Folkwang“ verbunden. Dies ist auch beim Museum Folkwang der Fall. Der Museumsgründer Karl-Ernst Osthaus bezog sich bei der Gründung des Museums in Hagen im Jahr 1902 auf die Idee einer Volkshalle, in der Kunst verschiedenster Art dem Volk zugänglich gemacht werden soll. 1922 erfolgte die Fusion mit dem Städtischen Museum Essen und damit verbunden auch der Umzug nach Essen. Das Museum hat sich zu einem der bedeutendsten Museen in Deutschland entwickelt und hat sich insbesondere der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts verschrieben. Die Sammlung der Exponate wird fortlaufend durch Werke der Moderne ergänzt. Die Leitung obliegt Peter Gorschlüter, der von Sarah Guttkorn assistiert wird.

 

Bekannte Kunstwerke im Folkwangmuseum:

    • Armand Roulin von Vincent van Gogh (1888)
    • Kathedrale von Rouen von Claude Monet (1892-1894)
    • Der Steinbruch Bibemus von Paul Cezanne (1898)
    • Frau mit Fächer von Paul Gauguin (1902)
    • Pferd in der Landschaft von Franz Marc (1910)
    • Hutladen von August Macke (1914)

Ruhrmuseum Essen

Mehr einen natur- und kulturhistorischen Ansatz pflegt das Ruhrmuseum Essen, das im Dezember 1904 aus einer Kooperation des Kruppschen Bildungsvereins und des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen heraus als Ruhrlandmuseum gegründet worden ist. Man kümmerte sich von Beginn an um Sammlungen aus den Bereichen Zoologie, Botanik, Geologie, Mineralogie sowie Technik und Völkerkunde, die sich überwiegend auf die Vor- und Frühgeschichte bezog. Die Dauerausstellung des Ruhr-Museums, das diesen Namen erhielt, zeigt die Industrialisierung des Ruhrgebietes und die damit verknüpften Veränderungen des Lebens der Menschen in  Verbindung mit der Erdgeschichte und der Entstehung der Erdressourcen in dieser alten Industrieregion. So wird unter anderem in einem Ausstellungskomplex der Fokus auf den Alltag der Menschen in der Blütephase der Industrialisierung um die Jahrhundertwende gesetzt. Das Ruhr Museum hat fünf Außenstellen, in denen unterschiedliche Schwerpunkte wie z. B. im Mineralienmuseum gesetzt werden.

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Besondere Exponate die bereits im Ruhrmuseum ausgestellt wurden:

    • Schwarzes Revier, Fotografien von Heinrich Hauser (2010/2011)
    • 200 Jahre Krupp. Ein Mythos wird besichtigt. (2011(2012)
    • 1914 – Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der 1. Weltkrieg (2014)
    • Steinreich. Mineralogie im Ruhr Museum (2014/2015)
    • Arbeit & Alltag Industriekultur im Ruhr Museum (2015/16)
    • Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr (2017)
    • Krieg. Macht. Sinn. Krieg und Gewalt in der europäischen Erinnerung (2018)

Kunsthochschulen im Stadtbereich

Folkwang Universität der Künste

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Auch bei den Kunsthochschulen kommt man in Essen an „Folkwang“ nicht vorbei. Die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Universität ist nach der Universität für Künste in Berlin die zweitgrößte seiner Art in Deutschland. Zusammen mit den zwei Außenstellen in Essen und weiteren Standorten in Bochum, Dortmund und Duisburg sind hier fortwährend rund 1.700 Studierende eingeschrieben, die in den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Gestaltung und Kunstwissenschaften ihre Abschlüsse machen wollen. Geschichtlich gesehen geht auch diese Folkwang-Institution auf den Kunstsammler Karl-Ernst Osthaus zurück. In dessen Geiste und aus der „Folkvangar“-Idee heraus gründeten der Bühnenbildner

 Heinz Heckroth, der Choreograph Kurt Jooss und der Opernirektor Rudolf Schulz-Domburg 1922 die Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen. Heute, rund 100 Jahre später, obliegt die Führung dem Rektor Prof. Dr. Andreas Jacob und dem Kanzler Michael Fricke. Absolventen dieser Universität waren unter anderem die weltbekannte Tanz-Choreografin Pina Bausch sowie die Schauspieler Jürgen Prochnow, Armin Rohde, Elisabeth Volkmann und Thekla Carola Wied.

Hochschule der bildenden Künste Essen

Die Hochschule der bildenden Künste Essen, kurz HBK, ist baulich gesehen eines der Symbole für den Wandel der gesamten Ruhrpott-Region, in der aus den alten Industrie- und Tagebaustädten nach und nach Kulturhochburgen werden. Die HBK hat auf dem Gelände der früheren Zeche Prinz Friedrich, einem damaligen Steinkohlen-Bergwerk im Essener Stadtteil Kupferdreh, den vorhandenen, alten Baubestand übernommen und für Hochschulzwecke entsprechend umgebaut und modernisiert. Seit der Gründung 2013 haben sich dort die drei Fachgebiete Bildhauerei, Malerei/Grafik und die Fotografie/Medienkunst sowie die zusätzlichen, einzelnen Studiengänge Digital Media Design, Game Art und Design und Digitales Produktdesign etabliert. Dem aktuell vierköpfigen Präsidium der Hochschule sitzt Prof Stephan Paul Schneider als Präsident vor. Dort wird auch die Vision dieser Institution vorgelebt, die auf einem vor allem praxisnahen Aufbau des Studiums und der entscheidenden Vorbereitung und Prägung der Studierenden auf die Berufswelt beruht.

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Kunstvereine in Essen

Kunstverein Ruhr

Da ist zum einen der sehr traditionsreiche Kunstverein Ruhr, der 1950 unter dem damaligen Namen „Tatkreis Kunst der Ruhr e. V.“ gegründet wurde. Die Hauptmotivation der damaligen Kunstinteressierten war es, mithilfe des Vereins und dem Organisieren von Ausstellungen und Autorenlesungen die Nachkriegsgeneration wieder in die Lebenswirklichkeit zurückzuholen. Mittlerweile gehören rund 250 Mitglieder diesem Verein an, die sich in guter Regelmäßigkeit zu Kunstexkursionen und Galeriebesuchen auf der ganzen Welt, z. B. in New York oder zur Biennale in Venedig aufmachen.

Kunstring Folkwang

Der zweite renommierte Kunstverein in Essen ist der Kunstring Folkwang, der auf eine noch wesentlich längere Historie zurückblicken kann. Der Verein trägt seit seinen Anfängen die grundsätzliche Folkwang-Museum-Gründers Karl-Ernst Osthaus mit sich, um die Kunstformen Schauspiel, Tanz und Musik lebendig im „Folkhangar“ unter das Volk zu tragen. Auch der Kunstring Folkwang organisiert nicht nur für seine Mitglieder Ausstellungen, Kunstgespräche und Kunstexkursionen.

Bedeutende Künstler mit Bezug zu Essen

    • Heinz Rühmann, 7.3.1902 – 3.10.1994, deutscher Schauspieler und Regisseur, bekannt geworden mit Filmen wie „Hauptmann von Köpenick“ und „Feuerzangenbowle“.
    • Juliane Werding, geb. 19.7.1956, deutsche Sängerin und Liedermacherin, bekannt geworden z. B. durch „Am Tag, als Conny Kramer starb“.
    • Helge Schneider, geb. 30.8.1955, deutscher Komiker, Kabarettist, Musiker, Schriftsteller, Filmregisseur, Schauspieler, bekannt durch seine absurden und dadaistischen Musik- und Filmparodien.
    • Piet Klocke, geb. 20.12.1957, deutscher Musiker, Kabarettist, Autor, Schauspieler, bekannt geworden durch seine absurden und dadaistisch anmutenden Kabarettnummern.
    • Diether Krebs, 11.8.1947 – 4.1.2000, deutscher Schauspieler, Kabarettist und Komiker, bekannt geworden durch Comedyserien wie „Sketchup“ und verschiedenen Rollen in TV-Serien wie „Ein Herz und eine Seele“ (als Schwiegersohn von „Ekel Alfred“).
    • Marie-Luise Marjan, geb. 9.8.1940, deutsche Schauspielerin, besonders bekannt geworden durch ihre Rolle als Helga Beimer in der TV-Serie „Lindenstraße“.