Kunst in Bonn

Es gibt zwei Säulen, auf die sich die Kunst in Bonn hauptsächlich stützt. Zum einen ist Bonn schon seit jeher „Beethovenstadt“, zum anderen gab die Ernennung zur Hauptstadt der 1949 neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland der Stadt einen besonderen gesellschaftlichen und kulturellen Schub. Ludwig van Beethoven als berühmtester Sohn der Stadt hat über seine außerordentlichen Fähigkeiten als Komponist und Pianist Bonn als seine Geburtsstadt über die gesamte Welt bekannt gemacht. Das Autograph der 9. Sinfonie Beethovens ist beispielsweise als UNESCO Weltdokumentenerbe anerkannt worden. Büsten und Denkmäler stehen auf allen Kontinenten. Beethoven und Bonn werden also für immer „Eins“ sein. Bonn hat aber auch als Bundeshauptstadt von 1949 bis 1990 Weltruf erlangt. Interessanterweise haben sich jedoch die wesentlichen Türen zur Entstehung der Bonner Kunstmeile erst nach dem Umzug der Bundeshauptstadt nach Berlin aufgetan.

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Die wichtigsten Gebäude der Kunstmeile sind die Bundeskunsthalle und das Haus der Geschichte. Wie auch bei Beethoven ist es dabei das besondere Merkmal, das sich die damit jeweils verbundene Aufmerksamkeit nicht nur auf die Region oder die Nation bezieht, sondern auf den gesamten Erdball. Die Bundeskunsthalle transportiert bewusst künstlerische Strömungen aus aller Welt und In keinem anderen Museum als dem Haus der Geschichte lässt sich für die Weltbevölkerung die Geschichte, die Kultur und die Gesellschaft „der Deutschen“ in den Zeiten zwischen zweitem Weltkrieg, der Aufteilung in BRD und DDR, die Wiedervereinigung und der Jetztzeit besser und treffender widerspiegeln.

Museen in Bonn

Bundeskunsthalle

Die Bundeskunsthalle, bzw. eigentlich „Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland“, zählt zu den deutschen Museen mit den höchsten Besucherzahlen. Das Besondere an diesem Museum ist, dass es nicht nur Werke aus Deutschland selbst ausstellt, sondern schon seit jeher auch Kunst aus aller Welt. Es sollen Zeugnisse des globalen und interdisziplinären Austausches präsentiert werden. Die einzelnen Disziplinen und Bereiche unterteilen sich in Kunst, Kultur, Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und Geschichte. Zusätzlich lädt die Bundeskunsthalle regel-

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mäßig zu Vorträgen, Diskussionen und Aufführungen ein, was schon von Vornherein als Teil des Konzeptes vorgesehen war. Seit der Eröffnung am 19. Juni 1992 besuchen mehr als eine halbe Million Menschen pro Jahr die vielfältigen Ausstellungshallen. Statt einzelner Exponate hier eine kleine Übersicht über bisherige Ausstellungen und Sonderausstellungen:

Besondere Exponate in der Bundeskunsthalle:

    • Schätze der Himmelssöhne. Die Kaiserliche Sammlung … Taiwan (2003/2004)
    • 1914: Die Avantgarden im Kampf (2013/2014)
    • Karl Lagerfeld, Modemethode (2015)
    • Pina Bausch und das Tanztheater (2016)
    • Eine Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom (2016/1027)
    • Comics! Mangas! Graphic Novels! (2017)

Haus der Geschichte

Wie die Bundeskunsthalle ist auch das Haus der Geschichte Bestandteil der Bonner „Museumsmeile“. Aktuell besuchen knapp eine Million Menschen jährlich dieses 1994 eröffnete Museum der deutschen Zeitgeschichte. Und wie bei der Bundeskunsthalle gibt es auch hier eine ganz besondere Spezialität – der Eintritt ist hier durchgehend frei. Den grundlegenden Anstoß zum Bau und zur Konzeption dieses Museums gab Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Regierungserklärung am 13.10.1982. Er forderte ein Forum für die Darstellung der deutschen Geschichte als geteilte Nation nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945. Mittlerweile ist die Ausstellungsfläche auf etwa

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4.000 m² und die Zahl der Exponate auf über 7.000 angewachsen. Die Zielsetzung des Hauses ist es, Geschichte für alle Menschen erlebbar und fühlbar zu machen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Dauerausstellung ab 2001 mehrfach durch die damit verbundenen geschichtlichen und politischen Umwälzungen umgestaltet und zuletzt 2017 von Bundespräsident Steinmeier neu eröffnet. Hier eine kleine Übersicht über die Wechselausstellungen:

Besondere Ausstellungsstücke:

    • Kriegsgefangene – Wojennoplennyje (1995)
    • Annäherungen Deutsche und Polen 1945-1995 (1996)
    • 1936 – Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus (1996/1997)
    • Wir sind wieder wer – Die Fünfziger (Fotografien aus dem Wirtschaftswunderland, 1997/1998)
    • … allez hopp! Straßenkunst der Nachkriegszeit (1997/1998)
    • Krauts – Fritz – Piefkes …? Deutschland von außen (1999/2000)
    • Geteilt – vereint – gefunden – Orte deutscher Geschichte in den neuen Bundesländern (2000)

 

Kunsthochschulen im Stadtbereich

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

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Obwohl die privat geführte Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft noch relativ jung ist (gegründet 1973, staatlich anerkannt seit 2002), hat sie sich bereits einen sehr guten Ruf erarbeitet. Mittlerweile haben sich dort gut 1.500 Studierende in den Fakultäten für Kunst und Architektur sowie für Human- und Gesellschaftswissenschaften eingeschrieben. Während die Fakultät für Kunst und Architektur in die Fachbereiche Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Architektur unterteilt wird, gliedern sich die Studiengänge der Fakultät für Human- und Geisteswissenschaften in die Fachbereiche Künstlerische Therapien, Bildungswissenschaft und Wirtschaft. Bei den Bildungswissenschaften gibt es in puncto Lehrerbildung seit 2011 eine Kooperation mit dem Institut für Waldorfpädagogik, Inklusion und Interkulturalität. Namensgeber für die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist der heiliggesprochene, französische Scholastiker, Dichter und Zisterziensermönch Alanus ab Insulis, der von ca. 1120 bis 1202 lebte. Die Leitung der Hochschule hat Dirk Vianden als Kanzler und zugleich Geschäftsführer der Alanus Hochschule gGmbH inne.

 

arte fact Bonn – Werkstatt für Kunst e. V.

Ebenfalls privat geführt ist die arte fact Werkstatt für Kunst e. V. in Bonn. Sie ist zwar nur teilweise eine Hochschule im engeren, wissenschaftlichen Sinne, dafür aber eine sehr engagierte und vielseitig ausgerichtete Freie Kunstakademie mit Programmen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche. Die wissenschaftlichen Intensivstudiengänge laufen berufsbegleitend und bieten dabei die Themen Malerei und Zeichnung, Grafik und Freie Kunst an. Zudem lassen sich Kurse zur Mappen-Vorbereitung besuchen. Die Studiengebühren können dabei bis zu einer Maximalsumme von 500€ über Bildungsschecks abgerechnet werden. In der Jugendkunstschule, die seit 2004 besteht, werden für alle Altersgruppen von 1,5 Jahren bis 25 Jahre sehr unterschiedliche und vielfältige Kurse zur Kunsterziehung geboten bis hin zur Intensivvorbereitung auf Hochschul-Studiengänge. Das Konzept von arte fact (lat. Für „Kunsterzeugnis“) beinhaltet die Hinführung zum „Selbst-Kunst-Schaffen“ und die aktive Begleitung des künstlerischen Schaffensprozesses.

Kunstverein Bonn

Der Bonner Kunstverein ist ein eher noch relativ junger Kunstverein, wenn man ihn mit vielen anderen Vereinen in deutschen Großstädten vergleicht. Die Gründung dieses gemeinnützigen Vereins erfolgte 1963 durch eine Künstlergruppe, zu der unter anderem Ernemann Sander und Thankmar Freiherr von Münchhausen gehörten, und kunstinteressierten Bonner Bürgern. Seither definiert er seine Arbeit über die Vermittlung und Präsentation zeitgenössischer Kunst. Für seine Kunstausstellungen nutzt der Verein eine zur Kunsthalle umgebaute alte Blumenhalle in der nördlichen Altstadt, eine Artothek und ein Atelierhaus. Bezüglich der präsentierten Kunstgattungen zeigt sich der Verein sehr offen, in den vergangenen Jahren wurden auch moderne digitale Kunstideen aufgegriffen. So widmete sich die größte Ausstellung der neueren Vereinshistorie im Jahr 2017 unter dem Titel „The Policeman´s Beard Is Half Constructed“ der Kunst im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Es beteiligten sich dabei insgesamt 36 Künstlerinnen und Künstler mit weit über 100 Leihgaben an dieser Ausstellung.

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Bedeutende Künstler mit Bezug zu Bonn

    • Ludwig van Beethoven, 17.12.1770 – 26.3.1827, weltbekannter deutscher Komponist und Pianist, in Bonn geboren, Komponist der Wiener Klassik und Wegbereiter der Musik der Romantik, bekannteste Kompositionen sind seine 5. Sinfonie (auch Schicksalssinfonie genannt) und die 9. Sinfonie (Ode an die Freude)
    • Karl Simrock, geb. 28.8.1802 – 18.7.1876, bekannter deutscher Dichter und Philologe, übersetzte das Nibelungenlied ins Deutsche, verfasste viele weitere Werke aus dem Heldengenre wie das sechsbändige Heldenbuch (inkl. Nibelungenlied und Amelungenlied).
    • Christian Hohe, 17.12.1798 – 22.6.1868, deutscher Zeichner, Maler, Lithograf, Ursprung der mehrere Generationen überdauernden Hohe-Dynastie von Zeichnern und Lithografen, bekannt geworden durch seine wissenschaftlichen Zeichnungen und als Maler der Rheinromantik.
    • Bernhard Hoëcker, geb. 20.3.1970 als Bernhard Hoecker-von Mühlenfels, deutscher Schauspieler, Komiker und Moderator, bekannt geworden durch viele TV-Comedy-Shows wie „Switch“ und „Switch Reloaded“ sowie TV-Quiz-Shows wie „Genial daneben“ oder „Wer weiß denn sowas?“
    • William „Bill“ Mockridge, geb. 28.7.2947, in Kanada geborener Schauspieler und Kabarettist, Gründer der Springmaus-Theatergruppe, Ur-Vater der deutschen Comedy, Vater des TV-Comedian und Moderators Luke Mockridge.
    • Sebastian Pufpaff, geb. 15.9.1976, deutscher Kabarettist, Moderator, Entertainer, bekannt geworden durch eigene Kabarettprogramme wie „Warum?“ und „Auf Anfang“, Gastgeber der TV-Comedy-Show „Pufppaffs Happy Hour“.